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Fotos: Dietlinde DuPlessis; kama71; travelview © stock.adobe.com (v.o.n.u.)
Fotos: Dietlinde DuPlessis; kama71; travelview © stock.adobe.com (v.o.n.u.)

HISTORISCHES ZEESENBOOT

Romantischer Segeltörn

Maritime Tradition hautnah erleben und gleichzeitig die wunderschöne Natur auf dem Peenestrom genießen – klingt das nicht nach einem herrlichen Ausflug? Möglich wird es mit einer einstündigen Segeltour auf dem pommerschen Zeesenboot „Romantik“, das in seinem Heimathafen Krummin seit einiger Zeit wieder Gäste an Bord willkommen heißt.

Vorausgegangen war eine 18-monatige Restaurierung, die im vergangenen Jahr abgeschlossen wurde. Bootsbaumeister Jens-Peter Weiß stellte in seiner kleinen Werft die historische Form des Bootes wieder her, tauschte alte Teile aus, verlegte Planken, erneuerte die Steven (Gerüst des Schiffrumpfes) – und gab der „Romantik“ nach und nach ihre alte Schönheit zurück.

Zeesenboote begleiteten früher die Küstenfischer auf ihren Fangfahrten. Die „Romantik“ stammt aus dem Jahr 1929. Heute freut sich die Eignerin und Kapitänin Rika Harder, mit dem rekonstruierten Boot private Törns anbieten zu können. Probieren Sie es doch mal aus!

KARNINER HUBBRÜCKE

KARNINER HUBBRÜCKE

Technisches Denkmal

Inselvielfalt auf Usedom – dazu gehört auch ein technisches Denkmal: Die Reste der alten Karniner Hubbrücke sind für Geschichts- und Technikinteressierte absolut sehenswert.

Seit 1875 verband die Karniner Brücke Usedom als 360 Meter lange Eisenbahnbrücke mit dem pommerschen Festland. Die 35 Meter hohe Hubbrücke im Mittelteil wurde 1933 errichtet. Fortan bildete die Karniner Brücke die wichtigste Anbindung an die Insel. 1945 sprengte die Wehrmacht den größten Teil, um den Vormarsch der Roten Armee zu verzögern. Allein das Hubteil blieb als Fragment erhalten.

Ein Wiederaufbau wurde immer wieder diskutiert und geplant, und nun scheint das Projekt tatsächlich realisierbar. Die Bundesregierung einigte sich im Herbst 2023 darauf, den Bau über das Bundesschienenwege-Ausbaugesetz beschleunigt in Angriff zu nehmen. Durch den Wiederaufbau würde sich die Anreise per Bahn von Berlin aus von vier auf zwei Stunden verkürzen.

2020 wurde das alte Gemäuer zu neuem Leben erweckt. Einen reizvollen Kontrast zur Naturmanufaktur in der historischen Mühle bietet der angeschlossene, moderne Pavillon, in dem sich ein Bistro und ein Ladengeschäft befinden. Beide haben täglich von 8:00 bis 18:00 Uhr geöffnet. 

Bei der Herstellung sämtlicher Produkte werden weder Konservierungsstoffe noch künstliche Aromen verwendet. Als besondere Spezialität für den Gaumen runden zum Teil preisgekrönte Weine und Spirituosen das Angebot ab. Sie stammen aus dem zur Inselmühle Usedom GmbH gehörenden Weingut Schloss Rattey im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte, dem größten Weingut in Norddeutschland. Schauen Sie doch mal vorbei in der Inselmühle!

900 JAHRE WOLGAST

Eine Stadt feiert

900 JAHRE WOLGAST

„Hier passiert alles erst 100 Jahre später …“ So sagen es die Einheimischen, und genau das macht den Reiz des Lieper Winkels aus, dieser abgeschiedenen Halbinsel zwischen Peenestrom und Achterwasser. Wer in die Inselgeschichte vor Beginn der touristischen Erschließung eintauchen möchte, findet im Museum Heimathof Lieper Winkel Gelegenheit dazu. 

Hier im historischen Schulgebäude des Örtchens Rankwitz tauchen Sie ein in die Arbeits- und Lebenswelt vergangener Jahrhunderte. Mehr als 1.000 Exponate lassen den Alltag der Menschen jener Epochen lebendig werden. In den Sommermonaten (bis Anfang Oktober) ist das Museum mittwochs von 10:00 bis 16:00 Uhr geöffnet. Dann finden auch Führungen statt. An anderen Tagen sowie im Herbst und Winter können Gruppenführungen unter 038372 70563 vereinbart werden. Der Eintritt ist frei, der Heimatverein, der das Museum ehrenamtlich betreut, freut sich aber über eine Spende.

geteilte insel

Sturmflut von 1872

Die Wassermassen kamen mitten in der Nacht. Im November 1872 überraschte eine verheerende Sturmflut die Bewohner Usedoms. Tausende Häuser wurden zerstört, 270 Menschen fanden den Tod. Das Ostseehochwasser von 1872 zählt zu den dunkelsten Punkten in der Geschichte Usedoms.

Was man sich heute kaum noch vorstellen kann: Zwischen Damerow und Koserow schlugen die Wassermassen sogar eine mehr als 300 Meter breite Schneise, die die Insel zeitweise in zwei Teile teilte. Damerow wurde fast vollständig überspült, und nur ein Gedenkstein erinnert heute an das Dorf.

Stürme und Hochwasser gibt es an der Ostseeküste auch in unserer Zeit noch. Frühwarndienste lösen aber schon bei ersten Anzeichen Alarm aus – der Schutz der Menschen hat oberste Priorität. Ein Inselbesuch kann an stürmischen Wintertagen sogar besonders reizvoll sein. Das schäumende Meer treibt Bernstein, Strandgut und Muscheln an Land, der kalte Wind lüftet Leib und Seele durch. Achten Sie bei solchem Wetter aber unbedingt auf aktuelle Warnhinweise!

geteilte insel